Theater / Performance · 2013–2014

Neukölln
am Meer

Ein Langzeitprojekt

Eine kleine leuchtende Tischlampe neben einem Programmheft von Neukölln am Meer.

Kleine Tische. Kleine Lampen. Vorläufige Plätze.

Sie wollten unbedingt
in Neukölln leben.

Selbstbeschreibungen aus realen E-Mails von Wohnungssuchenden

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Aus Material werden Figuren

Jeden Monat entstanden neue Theaterminiaturen.

Figuren, Texte und Situationen aus Neukölln wurden zu Nummern – und die Nummern nach und nach zu einer Revue.

Gefundene Stimmen und Objekte, eigene Texte und gemeinsam entwickelte Situationen wurden neu zusammengesetzt. Daraus entstanden überhöhte urbane Figuren – nah am Alltag, aber keine Abbilder realer Personen.

Der spanische Einwanderer blickt lächelnd nach oben.

Ein spanischer Einwanderer, der frohen Mutes in die Zukunft blickt.

Eine Frau mit Sturzhelm und Spiegelbrille im Bühnenlicht.

Eine Frau auf der Suche, die ihr Herz unter einem Sturzhelm trägt.

Ein Arbeiter mit Spiegelbrille hält einen Ball unter dem Arm.
Die verborgene Engelsseite des Arbeiters in einer schimmernden Verkleidung.

Ein Arbeiter mit einer heimlichen Engelsseite.

Die Prinzessin trägt ein schwarzes Shirt mit der Aufschrift WAS und ein rosa Kleid.

Eine desillusionierte Prinzessin im Aggro-Modus.

Das entführte Mädchen mit Bart im dunklen Bühnenraum.
Das entführte Mädchen mit Bart in einer Aufführungsszene.
Das entführte Mädchen mit Bart und der spanische Einwanderer im Rroma Aether Klub Theater.

Ein entführtes Mädchen mit Bart.

Ein erschöpfter Clown mit roter Mütze und gelbem Mantel streckt eine Hand aus.
Der Clown sitzt allein vor dem dunklen Bühnenvorhang.

Ein erschöpfter Clown mit schwerem Gepäck.

Monat für Monat

Ein Jahr lang entstanden jeden Monat neue Miniaturen. Sie wurden geprobt, gesammelt und jeweils nur einmal vor Publikum gespielt.

Eine Nummer.

Musik.

Eine Pause.

Trinken.

Gespräche.

Der nächste Einstieg.

Die Übergänge waren nicht immer eindeutig. Manchmal hörte eine Szene auf. Manchmal ging sie in die Situation des Abends über.

2014 · Durchbruch

Die über ein Jahr entwickelten Miniaturen wurden im Durchbruch erstmals zu einem abendfüllenden Programm montiert:

neukölln am meer
best of bis bald

Das Spielort-Konzept „Durchbruch“ entstand zugleich als neuer Spielort nach dem Abriss einer Wand im 4. Stock des Theaterhauses Berlin-Mitte. Kleine Tische, Tischlampen, Kisten und eine Bar wurden Teil der räumlichen Versuchsanordnung.

Der noch leere Durchbruch mit vereinzelten Tischen und Lampen bei Tageslicht.
Kleine Tische, Stühle und leuchtende Tischlampen im Durchbruch.

Der Raum füllt sich.

Kiste für Kiste.
Eine Figur nach der anderen tritt hervor.

Der Clown steht mit einem Hubwagen in einer wachsenden Ordnung aus gestapelten Holzkisten.
Vier Figuren stehen in einer den gesamten Bühnenraum füllenden Ordnung aus Holzkisten.

Eine Ordnung entsteht.

Zuhauselosigkeit

Aus der Suche nach einem Leben in Neukölln wurde eine Revue über Zuhauselosigkeit.

Fahrkartenkauf

Aufführungsaudio
Ziel: „Nach Hause.“
Jack Buginithi

Die Ordnung wird zerstört.

Was eben noch gestapelt war, wird nach vorn geworfen.

Eine große Menge ungeordnet liegender Holzkisten bedeckt den vorderen Bühnenraum; die Figuren stehen dahinter.

Angeschwemmtes
Strandgut.

Meermotiv

Jack Buginithi

Vier Figuren von hinten in einer gemeinsamen Tanzbewegung hinter den angeschwemmten Kisten.

Erschöpft von ihren Versuchen, dieses Leben zu führen, finden die Figuren in eine gemeinsame Tanzbewegung.

Materialwanderung

Das Material blieb in Bewegung.

Aus der Revueform, ihren Figuren und dem Thema Zuhauselosigkeit entstand später Wandering Stars. Die Fragen wurden über den Stadtteil Neukölln hinaus erweitert: auf Zuzug in urbane Ballungsräume, die Suche nach Zuhause, Obdachlosigkeit und zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen.

Texte, Figuren und Formen wurden nicht übernommen, um sie zu wiederholen. Unter veränderten Bedingungen wurden sie neu zusammengesetzt und erneut befragt.

minuten|theaterNeukölln am MeerWandering Stars
Prozessarchiv öffnen
Historische Einladung zu Neukölln am Meer am 2. Mai 2013.
Frühe Einladung · 2. Mai 2013
Historische Einladung zu Neukölln am Meer im Alter Roter Löwe Rein.
Einladung · Alter Roter Löwe Rein
Historisches Titelmotiv Neukölln am Meer – best of bis bald mit sechs Figuren.
Titel- und Figurenmotiv · best of bis bald
Vier Beteiligte in Kostümteilen während des Probenprozesses.
Prozessbild

„Ein Jahr lang hat sich die Formation weristjack auf der Suche nach dem Meer jeden ersten Donnerstag durch Neuköllner Locations gespielt.“

Arbeitsnotiz · „Ein Jahr lang“

Jeden Monat wurden neue kurze Szenen entwickelt, die jeweils nur einmal vor Publikum gespielt wurden. Im April 2014 wurden sie erstmals zu einem abendfüllenden Programm gebündelt.

Aus der Pressemitteilung · 6. April 2014 · redaktionell gekürzter Ausschnitt
Ein Darsteller schminkt sich vor einem Spiegel in einem Badezimmer.
Verwandlung vor der Aufführung

Werkdaten
und Credits

Werk

Neukölln am Meer
Theater / Performance / Langzeitprojekt · 2013–2014

Orte

Monatliche Showings schwerpunktmäßig im Rroma Aether Klub Theater sowie an weiteren Orten in Neukölln
Abendfüllende Fassung 2014 im Durchbruch, Theaterhaus Berlin Mitte

Beteiligte

Andrea Bonino
Sarah Darge
Lisa Diringer
Sven Carl Gusowski
Diana Kemnitz
Elsa Loy
Antonio Perez Fernández

Texte und Regie

Christian David Fischer

Dramaturgie

Eckart Seilacher

Musik

Christian David Fischer
Sven Carl Gusowski
Andrea Bonino

Audiomaterial

Jack Buginithi

Räume und Ausstattung

Christian David Fischer
Kumi Umamoto
Bernadette Weber

Produktion

Charlotte Birkner-Behlen

Fotos

Bendt Mørch Olsen
Kumi Umamoto
Immanuel Esser
René Jaschke
Christian David Fischer
Einzelzuordnung teilweise nicht mehr gesichert.

Videos

Patrick Mikulski
Bendt Mørch Olsen

Gefördert vom

Kulturamt Neukölln

Unterstützt vom

Theaterhaus Berlin Mitte