Vielleicht ist es ja auch so.
Die Bedingungen
sind präzise.
Das Ergebnis bleibt veränderbar.
↓
Am Anfang stehen ein Raum und die Menschen darin: ein Lichtkreis, eine Teppichkante, ein Archipel aus Sitzgelegenheiten.
Etwas wird sichtbar, etwas anderes bleibt außerhalb. Diese Bedingungen werden genau gesetzt. Im Verlauf einer Arbeit können sie sich öffnen, verschieben oder zerfallen.

Fragen können produktiver sein als Antworten.
Unsicherheit macht aufmerksam.
Insecurity is sexy.
Was wird gezeigt?
Was bleibt außerhalb?
Vorgefundene Räume werden gelesen und überschrieben. Vorhang, Kordel, Teppichkante, Lichtkreis, Bühne und Zuschauerraum markieren Grenzen und verändern die Wahrnehmung. Der Raum ist Ausgangsmaterial, aber keine Autorität. Eine gesetzte Ordnung kann sich öffnen, verschieben oder ihre Eindeutigkeit verlieren.
Zwischen Selbstbild und Erfahrung.
Zwischen Behauptung und Empfindung.
Zwischen gewünschter Identität und tatsächlichem Verhalten.

Menschen suchen Nähe, Anerkennung, Arbeit, ein Zuhause oder sich selbst – und verfehlen einander immer wieder. Figuren werden dabei nicht bloß brutal entlarvt. Der Blick bleibt zugewandt, aber dabei schonungslos.
Musik ist keine Illustration, sondern dramaturgisches Element. Was die Beteiligten mitbringen – Stimmen, Instrumente, Bewegung, Wissen und biografische Erfahrung – darf zum Material der gemeinsamen Arbeit werden.
Eigene Texte, Chats, Tutorials, Online-Reden und Alltagssprache können neben überschriebenen dramatischen Texten stehen. Befreiende Komik und notwendige Ernsthaftigkeit gehören dabei derselben Wirklichkeit an.
Interaktion ist kein Prinzip.
Sie wird eingesetzt, wenn sie für die konkrete Situation sinnvoll ist. Zuschauende werden grundsätzlich nicht bloß als Konsumierende betrachtet: Ihre Anwesenheit, Wahrnehmung und Reaktion gestalten den Erfahrungsraum mit.
Wie kann eine Arbeit komplex sein, ohne ihre Komplexität durch Zugangshürden zu beweisen?
Arbeiten sollen über Sprache, Bild, Körper, Musik, Komik und Situation zugänglich sein, ohne theoretisches Vorwissen zu verlangen. Gleichzeitig dürfen ihre Referenz- und Wissensebenen sowohl dicht als auch widersprüchlich sein.
Regisseur, Autor und Formatentwickler. Theater, Performance und Film.
Er studierte Szenische Künste mit den Schwerpunkten Theater, Medien und Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und arbeitete u. a. als Regieassistent am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, als Schauspielcoach sowie als Autor für Radio Fritz und den WDR.
2012 entstand gemeinsam mit Kumi Umamoto und Sven Carl Gusowski WER IST JACK – als Produktionszusammenhang, künstlerische Plattform und Label für Arbeiten in wechselnden Konstellationen. Seit 2015 ist Bettine Beer als Schauspielerin an nahezu allen Projekten beteiligt, seit 2016 begleitet Charlotte Birkner-Behlen viele Arbeiten dramaturgisch; Paul von Boetticher arbeitet seit etwa 2017 regelmäßig in diesem Zusammenhang.
Ich bin spät dran,
deswegen muss ich mich nicht mehr beeilen.